Nachhaltigkeit

Der Mensch hat den Auftrag, die Welt zu gestalten und die Schöpfung zu bewahren.

Das allgegenwärtige Thema der Nachhaltigkeit lässt leider auch die Modebranche nicht unberührt. Bereits hergestellte Kleidung belastet die Umwelt weniger, als es fair hergestellte Mode durch die Verwendung natürlicher und umweltfreundlicher Materialien jemals gelingen kann. Die Belastung von Umwelt und Mensch wird somit durch Secondhand- Kleidung enorm gesenkt.

Aus diesem Grund setzen wir uns von der Brockensammlung, seit über 135 Jahren für die Wiederverwendung von Kleidung und Sachgegenständen ein. Hier bekommen Ihre Spenden ein zweites oder sogar drittes Leben. Die Überschüsse aus der Verwertung der Kleidung und Haushaltswaren fließen in die diakonische Arbeit der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.
 

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Immer wieder wird die Forderung laut, keine Secondhand- Ware nach Afrika zu schicken, weil sie die einheimische Textilwirtschaft zerstöre. Der Dachverband führte diesbezüglich zusammen mit »Brot für die Welt« das »Dialogprogramm Gebrauchtkleidung in Afrika« durch. Die Studie untersuchte vor Ort in den Importländern die Bedeutung des Secondhand-Handels für die Bevölkerung und die Auswirkungen auf die heimische Industrie. 

Es zeigte sich, dass der Handel mit Secondhand-Kleidung erhebliche (Zoll-) Einnahmen für die Staaten erzielte, für eine sehr große Anzahl von Menschen Beschäftigung und Einkommen zur Folge hatte und zudem bei den Menschen sehr beliebt war. Die These, dass das Angebot an Secondhand- Ware den Niedergang der Fabriken hauptverantwortlich verursacht hatte, konnte hingegen nicht belegt werden. Vielmehr waren es verschiedene Standortnachteile (mangelndes Kapital, veraltete Produktionsstätten oder schlechte Infrastruktur) und wirtschaftspolitische Entwicklungen (Streichung von Subventionen, Öffnung von Märkten), die den Wettbewerb mit asiatischen Produzenten für die einheimische Industrie erschwerten. 

Mit dem Untergang der Textilindustrie in Afrika entwickelte sich ein neuer Wirtschaftszweig: der Handel mit Secondhand-Bekleidung. Dadurch sind tausende neue Arbeitsplätze entstanden. Viele Schneiderinnen und Schneider leben mittlerweile vom Umarbeiten der Gebrauchttextilien zur Re- und Upcyclingmode. Und Baumwollprodukte, die sich vorher fast niemand leisten konnte, gibt es jetzt zu erschwinglichen Preisen. Erstmals haben auch Menschen in afrikanischen Ländern die Wahl zwischen Gebrauchtem, Neuem, Traditionellem und Modernem. 

Im Rahmen eines neuen Reports (Reinkenhoff, Ann- Kristin, Ahlmann, Thomas (2023): Secondhand – Second Thoughts?) wurden die ökologischen Auswirkungen des globalen Secondhand-Handels untersucht. Der globale Secondhand-Handel verlängert die Nutzungsdauer von ansonsten entsorgten Textilien. Mit dem Export verlagert sich jedoch der Ort, an dem das Ende der Nutzungsdauer erreicht wird ins jeweilige Importland. Da es hier oft an öffentliche Entsorgungsstrukturen mangelt und ein geringes Umweltbewusstsein herrscht, bleiben die Abfälle oft sichtbar. Um an dieser Stelle das Ausmaß nicht-marktfähiger Artikel weiter zu reduzieren, bedarf es einer obligatorischen Vollsortierung im Exportland der EU.

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Das Wunder der Schöpfung bewahren

Der Mensch hat den Auftrag, die Welt zu gestalten und die Schöpfung zu bewahren. Die Sorge für die „Mutter Erde“ ist nicht eine unter vielen Fragen, sondern die Überlebensfrage des Planeten überhaupt. Immer spürbarer wird die Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Das allgegenwärtige Thema der Nachhaltigkeit lässt auch die Modebranche nicht unberührt.
 

Warum ist Secondhand-Mode nachhaltig? 

Bereits hergestellte Kleidung belastet die Umwelt weniger, als es fair hergestellte Mode durch die Verwendung natürlicher und umweltfreundlicher Materialien jemals gelingen kann. Es werden keine neuen Rohstoffe benötigt, Umweltgifte, die bei der Produktion zwangsläufig entstehen, treten erst gar nicht auf. Die Belastung von Umwelt und Mensch wird somit durch Secondhand-Kleidung enorm gesenkt. Aus diesem Grund setzen wir uns von der Brockensammlung für die Wiederverwendung von Kleidung ein.

70 % der Weltbevölkerung tragen Secondhand-Kleidung

Alte Kleidung ist kein Abfall. Über 70 % der Weltbevölkerung sind auf Secondhand-Kleidung angewiesen. Einer forsa-Umfrage zufolge gaben rund 86 % der Bundesbürger an, Altkleidersammlungen zu nutzen.*

 

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Durch eine steigende Nachfrage nach Secondhand-Kleidung werden mehr Alttextilien der Wiederverwendung zugeführt. Ebenso ist der Anteil der weiterverwendeten Kleidung gestiegen. Der Anteil der anfallenden Abfallmenge sinkt somit deutlich. Hierfür ist nicht nur der Ausbau und die Modernisierung der Sortierbetriebe verantwortlich, sondern auch die Einstellung der Spender, die mit ihrer Spende Menschen und Organisationen helfen (88 %) und die Umwelt schützen möchten (54 %). 85 % der Spender möchten, dass ihre Sachen weitergetragen werden. Kaputte Sachen werden somit vorher aussortiert und nicht mehr zur Sammlung gegeben.

Mittlerweile ist man in Deutschland bei einem Sammelvolumen von ca. 1 Million Tonnen Altkleider pro Jahr angekommen. Die Brockensammlung Bethel sammelt davon rund 9.000 Tonnen.

*Quelle: forsa-Umfrage – Verbraucher haben klare Vorstellung von Kleidersammlung
 

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Secondhand schont die Umwelt

Alte Kleidung ist kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff, der sich wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückführen lässt. Die Weitergabe der „alten Schätzchen“ ist also praktizierter Umweltschutz, auch weil bei der Produktion neuer Textilien Unmengen an Kohlendioxid (CO2) und anderer Treibhausgase entstehen.

Bekleidung aus Baumwolle trägt einen unsichtbaren „Klimarucksack“, auch als CO2-Fußabdruck bekannt. Der CO2-Fußabdruck gibt den Treibhausgas-Ausstoß vom Anbau bis zur Entsorgung des Kleidungsstücks wieder. Hierbei schlägt besonders der Energieverbrauch bei der Herstellung sowie beim Gebrauch zu Buche – z. B. durch Waschen, Trocknen und Bügeln.

Baumwolle ist eine Pflanze mit sehr hohem Wasserbedarf. Weil viele Plantagen in regenarmen Regionen liegen, muss künstlich bewässert werden, mit zum Teil verheerenden Folgen. Eines der erschreckendsten Beispiele für die Belastung der Umwelt durch die Baumwollproduktion findet man im Gebiet zwischen Kasachstan und Usbekistan. Der Aralsee, einst ein Binnenmeer von der Größe Bayerns, droht komplett von der Landkarte zu verschwinden. Der Aralsee trocknet aus und hinterlässt eine riesige Salzwüste. Die umliegenden Felder sind durch die zunehmende Versalzung unfruchtbar geworden.

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FairWertung

FairWertung steht für mehr Transparenz und Verantwortung

Die Verwertung von Gebrauchtkleidung, -textilien und Schuhen ist zu einem globalen Geschäft geworden. Auf der einen Seite ist dieser Wirtschaftszweig ökologisch und sozial sinnvoll, da er Ressourcen schont und vielen Menschen Arbeit gibt. Andererseits aber ist er auch ein undurchschaubares System für diejenigen, die anderen mit ihrer aussortierten Kleidung helfen wollen. Oft ist nicht zu erkennen, wer tatsächlich dahintersteckt und was anschließend mit den Sachen geschieht.

FairWertung e.V. klärt auf und unterstützt bundesweit den Ausbau von Secondhand-Strukturen. Das bundesweite Netzwerk setzt sich seit 1994 für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit bei der Sammlung und Verwertung gebrauchter Kleidung ein. Die verbindlichen Standards des Verbandes für eine nachhaltige Kleidersammlung werden regelmäßig von unabhängigen Prüfern kontrolliert.

FairWertung, damit Sie sicher sein können, dass Ihre Spenden sinnvoll genutzt werden.

Seit 1999 arbeitet die Brockensammlung Bethel aktiv im Dachverband FairWertung e.V. mit. Die verbindlichen Kriterien für eine sozial- und umweltverträgliche Kleidersammlung und -verwertung sind für uns Verpflichtung. Anders als vermeintlich seriöse Mitbewerber achten wir genau auf die Einhaltung unserer ökologischen und sozialen Werte.